neXTkultur-Fortbildung:

Öffnungsprozesse und Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft

Viele Jugendverbände, Jugendringe, Jugendzentren und weitere Organisationen der Jugendarbeit in Niedersachsen und deutschlandweit haben sich in den letzten Jahren auf den Weg gemacht ihre Strukturen an die Realität der deutschen Migrationsgesellschaft anzupassen und ihre eigene Arbeit rassismuskritisch zu reflektieren.

Worum geht's?

Bei dieser Fortbildung werden Multiplikator-inn-en der Jugendarbeit – also haupt- wie ehrenamtlich Engagierte – zu Prozessbegleiter-inn-en für interne Öffnungsprozesse fortgebildet, um diese besser initiieren und begleiten zu können. Die Reihe beinhaltet drei inhaltliche Module mit Wissensvermittlung und -erarbeitung zu Veränderungsprozessen und Organisationsentwicklung. Dabei wird auch auf die Haltung und Rolle der Prozessbegleiter-inn-en unter besonderer Berücksichtigung von rassismuskritischen Aspekten und Positionierung eingegangen. Anschließend gehen Teilnehmende in die Praxis ihrer Organisationen, beginnen erste Analysen bzw. Projekte und tauschen sich in weiteren Modulen in kollegialer Beratung aus. Dabei erarbeiten und erproben sie ein stimmiges Konzept für die Umsetzung erster/nächster Schritte in (optimalerweise) ihrer eigenen Organisation. Die Module sind partizipativ und prozessoffen konzipiert und werden in einzelnen Abschnitten in getrennten Gruppen (weiß/PoC) durchgeführt.

Wer kann mitmachen?

Die Fortbildung richtet sich an Personen mit Vorerfahrung zu Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft und Rassismus. Diese Vorerfahrung kann z.B. die TiK-Fortbildung sein, aber auch BiKs oder passende Seminare von IDA e.V., glokal e.V. oder Phoenix e.V. Die Vorerfahrung wird bei der Anmeldung abgefragt. Fragen und Unsicherheiten können gerne telefonisch oder per E-Mail geklärt werden.

Die Fortbildung richtet sich an Multiplikator-inn-en aus Jugendverbänden, Jugendringen, Jugendpflegen, der offenen Jugendarbeit und andere Interessierte mit Bezug zur Jugendarbeit – hauptamtlich und ehrenatmlich Aktive – aus Niedersachen sowie an Aktive aus Vereinigungen junger Menschen mit Migrationsgeschichte, PoC-Jugendgruppen, Migrant-inn-enjugendselbstorganisationen und Neuen Deutschen Jugendorganisationen.

Interessierte of Color und/oder mit (familiärer) Migrationsgeschichte werden ausdrücklich zur Anmeldung ermutigt.

Teilnehmende, die nicht aus Niedersachsen kommen, sind bei freien Plätzen herzlich willkommen.

Termine und Themen

Modul 1: 14.-16.05.2019     Kennenlernen, theoretischer Einstieg, Bestandsaufnahme
Modul 2: 25.+26.06.2019    Theorien und Tools der Veränderung: Öffnung von Organisationen
Modul 3: 19.+20.08.2019    Veränderungen in der Praxis, erste Überlegungen zu Praxisprojekten
Modul 4: 02.+03.09.2019    Zwischenreflexion und weitere Konzeptarbeit zu Praxisprojekten
Zwischen den Modulen:     Eigenständiges Praxisprojekt
Modul 5: 02.+03.12.2019    Auswertung des Praxisprojektes und weitere Schritte

Referent-inn-en

Die Module werden durchgeführt von: Jamie Schearer-Udeh und Timo Galbenis-Kiesel

Jamie Schearer-Udeh arbeitet als Beraterin und Projektmanagerin. Sie ist mehrfache Co-Gründerin von selbstorganisierten Initiativen für Menschen of Color in Deutschland und Europa. Als freie Beraterin und Trainerin fokussiert sie sich auf die Themen Anti-Rassismus, Intersektionalität und Empowerment von marginalisierten Gruppen. Im Vordergrund stehen dabei immer wieder diskriminierungskritische und empowerenden Arbeitsstrukturen und Leadership. Sie arbeitet immer wieder mit Jugendgruppen und hat unter anderem die letzte TIK-Fortbildung des LJR Niedersachsen mitbegleitet sowie Workshops mit anderen Jugendgruppen aus dem Land Niedersachen zum Thema Rassismus durchgeführt. Sie lebt in Berlin und London.

Timo Galbenis-Kiesel (weiß, er) arbeitet freiberuflich als machtkritischer Prozessbegleiter und Organisationsentwickler und verknüpft diese in seiner Arbeit mit Ansätzen aus dem Healing Justice und der systemischen Arbeit. Ihn beschäftigt wie aus einer privilegierten Perspektive heraus Menschen, Teams und Organisationen sich für den Abbau gesellschaftlicher Ungleichheit einsetzen können, z.B. durch Strategien von Powersharing. Timo hat die letzten Jahre alle TIK-Fortbildungen des LJR Niedersachsen mit begleitet. Er hat selbst viele Jahre Jugendarbeit gemacht und arbeitet heute v.a. mit Multiplikator*innen. Timo kommt immer wieder gerne nach Hannover – die Stadt ist mit vielen schönen Kindheitserinnerungen an Besuche bei seinen Großeltern verbunden.

Organisatorisches

Alle Module finden in Hannover statt.

Modul 1:
14.05.2019 10:00-18:00 Uhr
15.05.2019 09:00-18:00 Uhr
16.05.2019 09:00-17:00 Uhr 

Alle weiteren Module:
Tag 1: 10:00-18:00 Uhr
Tag 2: 09:00-17:00 Uhr

Teilweise wird ein Abendprogramm angeboten und wir bitten die Interessierten sich die Abende frei zu halten. Zwischen den Ausbildungsmodulen gibt es teilweise Aufgaben und Reflexionsfragen und vor dem letzten Modul soll ein eigenes Praxisprojekt durchgeführt werden.

Praxisprojekt

Vor dem letzten Modul soll ein eigenes Praxisprojekt durchgeführt werden.

Mehr Informationen dazu werden demnächst veröffentlicht und beim ersten Modul besprochen.

Zertifikat

Bei Teilnahme an allen Modulen, Erledigung der Aufgaben, Durchführen eines Praxisprojektes sowie erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat.

Kosten

Das Qualifizierungsangebot wird gefördert durch das Niedersächische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Für die Teilnahme an der Fortbildungsreihe wird ein Teilnahmebeitrag erhoben. In Einzelfällen ist nach Rücksprache eine Ermäßigung des Beitrags sowie eine Ratenzahlung möglich.

Wenn eine Übernachtung nahe dem Seminarort über uns organisiert wird, kommen weitere Kosten von voraussichtlich 478 € hinzu, die vom Teilnehmenden zu tragen sind.

Teilnehmende aus Niedersachsen: 500 €

Ermäßigter Beitrag: 250 €

 

Andere Teilnehmende: 1750 €

Teilnehmende, die nicht aus Niedersachsen kommen, sind bei freien Plätzen herzlich willkommen. Da hier keine Förderung von Inhalten, Übernachtung und Verpflegung möglich ist, erhöht sich der Beitrag.

Anmeldung

Wir freuen uns über Anmeldungen bis zum 31.03.2019 
auf ljr.de

Die Anzahl der Teilnehmenden ist beschränkt. Melden sich mehr Interessierte um eine Teilnahme an, als Plätze zur Verfügung stehen, trifft der Landesjugendring eine Auswahl auf Grundlage der vorliegenden Unterlagen der Teilnehmenden. Die Entscheidung wird zeitnah mitgeteilt.